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Der kleine Mann von der George Street

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Haben Sie sich schon einmal gefragt, was das Verteilen von Traktaten bewirken kann? Der folgende Bericht von Pastor Dave Smethurst (London) gibt eine zeugnishafte Antwort darauf.

Es ist eine sehr außergewöhnliche Geschichte, von der ich Ihnen jetzt erzähle:



All das begann vor ein paar Jahren, in einer Gemeinde im Süden von London. Wir waren schon am Ende des Gottesdienstes angelangt, da stand ein Mann in den hinteren Reihen auf, hob seine Hand und fragte: „Entschuldigen Sie, Herr Pastor, darf ich noch ein kurzes Zeugnis geben?"

Ich schaute kurz auf meine Uhr und willigte einschränkend ein: „Ich geben Ihnen drei Minuten."

Sogleich begann der Mann mit seiner Geschichte: „Ich bin erst vor Kurzem hierher gezogen. Vorher lebte ich in Sydney in Australien. Vor ein paar Monaten besuchte ich dort einige Verwandte und spazierte auf der George Street entlang. Ein etwas seltsam wirkender, kleiner, weißhaariger Mann trat aus einem Ladeneingang heraus. Er drückte mir ein Traktat in die Hand und fragte:

„Entschuldigung mein Herr, sind Sie gerettet? Kommen Sie in den Himmel, wenn Sie heute Nacht sterben?"

Ich war verblüfft über diese Worte, denn noch nie hatte mich jemand so etwas gefragt. Ich dankte ihm höflich, aber während der langen Heimreise nach London war ich darüber ziemlich verwirrt. Ich nahm daraufhin Kontakt mit einem Freund auf, der Gott sei Dank Christ ist, und er führte mich zu Jesus Christus." – So sein Zeugnis, mit dem alles begann.

Eine Woche darauf flog ich nach Adelaide im Süden Australiens. Zehn Tage später, ich war auf einer Vortragsreise, da kam eine Frau auf mich zu und ersuchte mich wegen einiger Ratschläge. Ich fragte zunächst nach ihrer Stellung zu Jesus Christus.

Sie antwortete darauf wie folgt:  
„Ich habe einmal in Sydney gewohnt und vor ein paar Monaten besuchte ich dort einige Freunde. Auf der George Street erledigte ich noch einige Einkäufe, als ein seltsamer, kleiner, weißhaariger Mann aus einem Geschäftseingang auf mich zukam und mir ein Traktat anbot mit den Worten:

„Entschuldigung, meine Dame, sind Sie gerettet? Kommen Sie in den Himmel, wenn Sie heute Nacht sterben?"

Ich war durch diese Worte beunruhigt. Wieder zu Hause in Adelaide, wo ich von einer Gemeinde ganz in meiner Nähe wusste, suchte ich den dortigen Pastor auf. Nach dem Gespräch führte er mich zu Jesus Christus. So kann ich Ihnen sagen, dass ich jetzt Christ bin."

Ich war jetzt doch sehr erstaunt. Zweimal innerhalb von nur zwei Wochen und in so weit voneinander entfernten Orten hatte ich dasselbe Zeugnis gehört.

Dann flog ich zu einem weiteren Dienst nach Perth in Australien. Als meine Vorträge beendet waren, lud mich der Gemeindeälteste zum Essen ein. Dabei erkundigte ich mich, wie er denn Christ geworden sei. Er erklärte mir: „Mit 15 Jahren kam ich in diese Gemeinde, ohne jedoch eine wirkliche Beziehung zu Jesus Christus zu haben. Ich machte einfach alles nur so mit, wie viele andere auch. Aufgrund meiner geschäftlichen Fähigkeiten und Erfolge wuchs auch mein Einfluss in der Gemeinde.

Vor drei Jahren war ich dann auf einer Geschäftsreise in Sydney. Ein widerlich und geradezu boshaft aussehender kleiner Mann trat aus einem Ladeneingang heraus und hielt mir eine religiöse Schrift hin, billiger Ramsch, und konfrontierte mich mit der Frage:

„Entschuldigung, mein Herr, sind Sie gerettet? Kommen Sie in den Himmel, wenn Sie heute Nacht sterben?"

Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich ein Gemeindeältester sei. Er aber wollte mir gar nicht zuhören.
Den ganzen Weg nach Hause von Sydney nach Perth kochte ich vor Zorn. Auf sein Mitgefühl hoffend, erzählte ich meinem Pastor von dieser merkwürdigen Begebenheit. Doch dieser wollte mir nicht zustimmen. Er hatte mich schon vor Jahren damit beunruhigt, dass ich keine Beziehung zu Jesus Christus haben könnte, und er hatte recht damit. So führte mich mein Pastor, vor drei Jahren, zu Jesus Christus.

Ich flog wieder zurück nach London und bald darauf sprach ich auf einer Versammlung. Dort berichtete ich von diesen drei sonderbaren Zeugnissen. Am Ende dieser Vortragsreihe kamen vier ältere Pastoren nach vorne und erzählten, dass auch sie durch dieselbe Frage bei gleichzeitiger Übergabe einer kleinen Schrift, auf der George-Street, gerettet wurden.

In der folgenden Woche flog ich zu einer ähnlichen Versammlung und sprach vor Missionaren in der Karibik. Auch dort erzählte ich dieselben Zeugnisse. Am Ende meines Vertrags kamen drei Missionare nach vorne und erklärten, dass auch sie zuvor durch das Zeugnis und genau diese Frage eben jenes kleinen Mannes auf der George Street in Sydney gerettet wurden.

Meine nächste Vortragsreihe führte mich nach Atlanta, Georgia (USA). Dort hatte ich auf einer Versammlung von Schiffskaplanen zu reden. Drei Tage referierte ich zu über 1.000 Schiffskaplanen.
Danach lud mich der Hauptkaplan zu einem Essen ein. Bei der Gelegenheit fragte ich ihn, wie er Christ geworden ist.

Es war wie ein Wunder. Ich war Matrose auf einem Kriegsschiff und führte ein verwerfliches Leben. Wir führten Flottenübungen im Südpazifik durch und erneuerten im Hafen von Sydney unsere Vorräte. Wir ließen uns total gehen. Ich war betrunken, stieg in den falschen Bus ein und in der George Street wieder aus. Beim Aussteigen dachte ich, ein Gespenst zu sehen, als da ein Mann vor mir auftauchte, der mir ein Traktat in die Hand drückte und sagte:

Seemann, bist du gerettet? Kommst du in den Himmel, wenn du heute Nacht stirbst?"

Die Furcht vor Gott ergriff mich unmittelbar. Ich war sofort nüchtern, rannte zurück zum Schiff und suchte den Kaplan auf. Er führte mich zu Jesus Christus. Bald begann ich mich, unter seiner Anleitung, für den Dienst vorzubereiten. Nun habe ich die Verantwortung für 1.000 Schiffsgeistliche, die heute Seelen zu gewinnen suchen.

Acht Monate später predigte ich in Sydney. Ich erkundigte mich bei dem dortigen Pastor, ob er wohl einen kleinen, alten weißhaarigen Mann kenne, der Traktate auf der George Street verteilt.

Er bestätigte mir: „Ja, ich kenne ihn, sein Name ist Mr. Genor, aber ich glaube nicht, dass er immer noch diesen Dienst tut, denn er ist schon ziemlich alt und gebrechlich."

Zwei Tage später machten wir uns auf den Weg zu seiner kleinen Wohnung. Wir klopften an die Tür, und ein winziger, gebrechlicher, alter Mann begrüßte uns. Er bat uns, Platz zu nehmen und bereitete uns einen Tee zu. Er war schon sehr gebrechlich und die Hände zitterten ihm derartig, dass er ständig Tee in die Untertasse verschüttete. Ich erzählte ihm von all den Zeugnissen der vergangenen drei Jahre.

Dem kleinen Mann rollten die Tränen über die Wangen. Dann begann er mit seiner eigenen Geschichte: „Ich war Matrose auf einem australischen Kriegsschiff. Ich führte ein verwerfliches Leben, in einer Krise kam es zum Zusammenbruch. Einer meiner Kollegen, dem ich übel mitgespielt hatte, ließ mich nicht allein und half mir wieder auf. Er führte mich zu Jesus Christus, und mein Leben änderte sich von heute auf morgen vollständig.

Ich war Gott so dankbar, dass ich ihm versprach, jeden Tag mindestens zehn Menschen ein einfaches Zeugnis von Jesus Christus zu geben. Als Gott mir wieder Kraft gab, fing ich damit an. Manchmal war ich krank und konnte den Dienst nicht tun, doch holte ich all meinen Rückstand auf, wenn es mir wieder gut ging. Nach meiner Pensionierung war dann mein Stammplatz auf der George Street, wo ich jeden Tag Hunderten Menschen begegnete.

Ich erfuhr dort zwar eine Menge Ablehnung, aber es gab auch viele Leute, die meine Schriften höflich annahmen. In den vierzig Jahren, seitdem ich dies tue, habe ich bis zum heutigen Tag noch von keinem einzigen Menschen gehört, der dadurch zu Jesus Christus gekommen wäre."

Soweit diese Geschichte. - Wir sehen hier, was wirkliche Hingabe ist. 40 Jahre Dankbarkeit und Liebe für Jesus Christus zu zeigen, ohne je von irgendeinem Erfolg zu hören. Dieser einfache, kleine Mann ohne besondere Gaben hat sein Zeugnis an etwa 150.000 Menschen gegeben.

Ich denke, was Gott dem Pastor gezeigt hat, war nur die Spitze des „Eisbergs". Allein Gott weiß, wie viele Menschen sonst noch für Jesus gewonnen wurden. Mr. Genor, der eine riesige Arbeit auf den Missionsfeldern geleistet hatte, ist zwei Wochen nach diesem Besuch gestorben. Können Sie sich den Lohn vorstellen, den er im Himmel empfangen wird?


http://www.werner-gitt.de/down_deu/Georg_Street.pdf

 
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